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AllgemeinesEin paar Fakten vorab:Vietnam erstreckt sich über 1600 km entlang der Ostküste der indochinesischen Halbinsel. Es hat eine Fläche von 331 114 km² (Weltrang: 64). Bei einer Einwohnerzahl von 76 711 000 bewohnen somit jeden km² 232 Personen. Die Hauptstadt des Landes ist Ha Noi (Hanoi), die Amtssprache vietnamesisch. Die Währung heißt 'Dong' (1 Dong(D) = 100 Xu). Im Jahre 1997 betrug das Bruttosozialprodukt 310 US-$ je Einwohner. | ||
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GeschichteVietnams früheste Geschichte ist trotz zahlreicher ethnographischer und archäologischer Studien in Legenden gehüllt. Die erste Ansiedlung von Menschen soll etwa 500.000 Jahre zurückliegen. Man vermutet, daß diese ersten Bewohner verschwanden als Indonesier und Chinesen begannen im Delta des roten Flusses zu siedeln.Rassische und linguistische Charakteristika deuten darauf hin, daß die nächsten Ansiedler eine Mischung aus Mon-Khmers, die die erste einfache Sprache einführten, Thais, die den Klangcharakter der Sprache prägten und Chinesen, die nicht nur ihre Schriftzeichen, sondern auch ihr Vokabular über Regierung, Literatur und Philosophie hinterließen, waren. Als Ergebnis entstand eine eigenständige Kultur die sich deutlich von denen in China, Südostasien oder Indien unterscheidet. Die chinesische Herrschaft Vom Jahre 200 B.C. bis 939 A.D war Vietnam von China besetzt. Das Hauptinteresse der Chinesen an dem Land galt der Errichtung von Versorgungsposten an der Küste für Handelschiffe auf dem Weg nach Indien und dem mittleren Osten. Sie führten zu dieser Zeit ihr Regierungssystem und viele technische Entwicklungen ein. Das hatte zur Folge, daß, Vietnam zu einer der am höchst entwickelten Gesellschaften in Asien wurde. Der Name des Landes stammt von einem chinesischen Herrscher, der sein Reich "Nam Viet" nannte. Dieser Begriff beschreibt die Bevölkerung als südlich von China lebend. Trotz aller Vorteile der chinesischen Herrschaft war diese Zeit geprägt von zahlreichen Aufständen der Vietnamesen, die die Assimilierung in die chinesische Kultur nicht akzeptiern wollten. Der Fall der Tang Dynasty (618-907) führte zu vermehrten Aufständen und einem vernichtenden Sieg über die Chinesen im Jahre 939. Dieses Jahr markiert den Beginn der vietnamesichen Unabhängigkeit. ![]() Das unabhängige Vietnam (939-1860) Nach dem Sieg über die Chinesen wurde Vietnam über hunderte von Jahren von verschiedenen Dynastien regiert.
![]() Die französische Herrschaft (1860-1954) Die französiche Präsenz in Vietnam verstärkte sich mit der wachsenden Feindlichkeit der Mandarins gegenüber katholischen Missionaren. Nachdem 25 Europäer und 30 000 vietnamesische Katholiken exekutiert wurden, griffen die französischen Streitkräfte Saigon an. Sie nahmen die Stadt ein und zwangen den Kaiser Tu Duc drei südliche Provinzen an sie abzutreten. Bald darauf wurde die französiche Kolonie in Vietnam gegründet die allgemein unter dem Begriff französisches Indochina bekannt war. Wie überall führte die harte koloniale Herrschaft bald zu vermehrtem Entstehen revolutionärer Bewegungen. 1930 gründete Ho Chi Minh die vietnamesische kommunistische Partei. Die verlorene Schlacht in Dien Bien Phu im Jahre 1945 markierte das Ende des ersten Indochinakrieges und gleichzeitig auch den Einfluß der Franzosen in dieser Region. Das Land wurde auf der französich-vietnamesischen Konferenz in Genua in zwei Teile geteilt. Zu einer einheitlichen Wahl für das gesamte Land stimmten weder Südvietnam noch die U.S.A., da befürchtet wurde, eine Entscheidung würde zugunsten des kommunistischen Nordens fallen. Der Konflikt mit den Amerikanern Das Machtvakuum, daß die Franzosen hinterließen, füllten die Amerikaner, die die antikommunistische Regierung im Süden mit Militärhilfe unterstützten. Zwischen 1963 und 1965 wechselte die Regierung neun Mal, bevor das Militärregime von Nguyen Ky und Thieu die Macht ergriff. Die Situation im Land wurde immer unstabiler und die Untergrundgruppe Viet Minh (von den Amerikanern Viet Cong genannt) gewann mehr und mehr an Bedeutung. Buddhistische Priester protestierten gegen die Thieu Regierung durch spektakuläre Selbstverbrennungen. Diese Aktionen schockierten die Fernsehzuschauer in Amerika und fokussierte das Interesse der Weltöffentlichkeit auf die Probleme eines entfernten asiatischen Landes. Die amerikanische Regierung reagierte am 7. 3. 1965 mit der Entsendung von 3 500 Marines an die Strände von Danang um einen Flughafen zu beschützen. Im Juli hatte die Anzahl der Soldaten 75 000 erreicht und im Frühjahr 1968 waren über eine halbe Millionen amerikanische Soldaten in Vietnam stationiert. ( Bild: Die Rückeroberung von Hue) Der Krieg erreichte seinen Höhepunkt mit der Tet Offensive im Februar 1968, als der Viet Minh über 100 Städte und Militärbasen im Süden angriff. Obwohl dieser Angriff eine militäre Niederlage war, war es ein wichtiger psychologischer Sieg, denn viele Amerikaner gelangten zu der Überzeugung, das ein totaler Sieg über Vietnam unakzeptable Opfer fordern würde. Lyndon quittierte sein Amt und die Amerikaner zogen sich zurück. Das wiedervereinigte Land Nach dem Sieg der Viet Minh änderten sich die Zeiten leider nicht zum besseren. Ein Rachefeldzug wurde gestartet, bei dem zehntausende getötet oder in Konzentrationslager gesteckt wurden. Über eine halbe Millionen Flüchtlinge verließen das Land. Es folgte eine Zeit des ökonomischen Niedergangs wärenddessen Vietnam zu einem der ärmsten Länder der Welt wurde. Nach zwanzig jährigem Versagen zeigten die Regiernden endlich Einsicht und fürten im Jahre 1991 eine Politik mit dem Namen doi moi (neues Leben) ein. Heute ist Vietnam eines der asiatischen Tigerländer. ![]() | ||
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ReligionVier große Philosophien und Religionen haben das geistige Leben in Vietnam geprägt: der Konfuzianismus, der Taoismus, der Buddhismus und das Christentum. Im Lauf der Jahrhunderte sind Taoismus und Konfuzianismus mit chinesischen Volksreligionen und dem alten vietnamesischen Animismus zu dem verschmolzen, was insgesamt als 'Dreifache Religion' oder Tam Giao bezeichnet wird. Der Konfuzianismus, eher ein System sozialer und politischer Moral als eine Religion, nahm viele religiöse Aspekte auf. Der Taoismus, ursprünglich eine esoterische Philosophie für Gelehrte, wurde von den Bauern mit dem Buddhismus vermischt und viele taoistische Elemente fanden Einzug in die Volksreligion. Fragt man einen Vietnamesen nach seiner Religion,so wird er wahrscheinlich Buddhismus nennen. Bei familiären oder sozialen Fragen hält man sich jedoch eher an den Konfuzianismus.![]() | ||
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BevölkerungAuf der Liste der bevölkerungsreichsten Länder der Welt steht Vietnam auf Platz zwöf. Über 70 Millionen Menschen leben überwiegend entlang der Küste und in der Region des Mekong Deltas. Vietnam ist eines der am dichtesten bevölkerten Agrarländer der Welt. Das Problem wird durch hohe Geburtsraten, und die Tatsache, daß 50% der Bevölkerung unter 20 Jahre ist, verschärft.Ungefähr 85% der Bevölkerung ist ethnisch vietnamesisch (Viet Kinh).Die größte ethnische Minderheit stellen die Chinesen dar. Ca. vier Millionen leben in städtischen Gebieten, wie z.B dem Stadtteil Cholon in Saigon. Die meisten Chinesen haben die vietnamesische Staatsbürgerschaft angenommen. Sie behalten aber ihre kulturelle Identität durch Beibehaltung der eigenen Sprache, Schulsystem und sozialen Organisationen. Vietnam hat weiterhin 54 ethnische Minderheiten, die von den Franzosen Montagnards getauft wurden. 8 Millionen Zugehöhrige zu diesen Minderheiten leben in den nördlichen Bergen nahe der chinesischen Grenze. ![]() | ||
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SpracheDie vietnamesische Sprache (kinh) ist eine Mischung aus Mon-Khmer,Tai und Chinesisch. Der größte Teil des philosophischen, literarischen, technischen und regierungsspezifischen Vokabulars wurde aus dem Chinesischen übernommen.Jahrhundertelang wurde die Sprache in chinesischen Standardschriftzeichen geschrieben. Die heutige, auf dem lateinischen Alphabet basierende Schrift, wurde im 17. Jahrhundet von einem französischen Missionar entwickelt. Er erleichterte damit die Verbreitung des Evangeliums und untergrub die Macht der Mandarine, deren Macht auf der traditionellen Lehre basierte, die mit Schriftzeichen geschrieben wurde, und so den Massen verschlossen blieb. Für Menschen aus dem Westen ist das Erlernen der Sprache sehr schwierig, da jede Silbe in sechs verschiedenen Tonhöhen ausgesprochen werden kann. Je nach Tonhöhe und Betonung kann z.B. das Wort ma Phantom, aber, Mutter, Reissämling, Grab oder Pferd bedeuten. Meine Versuche mich in vietnamesisch auszudrücken erweckte immer große Heiterkeit bei meinen Gesprächspartnern. Auch wenn ich es einmal schaffte das Gewollte auszudrücken, war es mir meistens unmöglich das Gleiche nocheinmal zu wiederholen. ![]() | ||
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PolitikDie SOZIALISTISCHE REPUBLIK VIETNAM (Cong Hoa Xa Hoi Chu Nghia Viet Nam) existiert seit 1979 als Einheitsstaat, der sich aus der demokratischen Republik Vietnam (Nordvietnam) und der unterlegenen Republik Vietnam (Südvietnam) zusammensetzt.Eine 1992 in Kraft getretene Verfassung weist der Kommunistischen Partei eine politische und gesellschaftliche Monopolstellung zu. Die Partei agiert über die Vietnamesische Vaterländische Front, die sich u. a. aus den Vertretern anderer Parteien, Gewerkschaften und Sozialorganisationen zusammensetzt. Die politische Führung des Landes obliegt dem Staatsoberhaupt, das alle 5 Jahre durch die Nationalversammlung gewählt wird . Die Legislative besteht aus einem Parlament (Nationalversammlung) mit max.400 Mitgliedern. Wahl ist alle 5 Jahre. Das Wahlrecht besteht ab 18 Jahre. ![]() | ||
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KulturArchitektur: In Vietnam gab es keine großen Baumeister, wie bei den Khmer, die in Kambodscha die Bauwerke von Angkor errichteten. Die meisten Bauten der Vietnamesen bestanden aus Holz und anderen Materialien, die sich im tropischen Klima als sehr anfällig erwiesen. Viele Pagoden und Tempel, die vor einigen hundet Jahren erbaut wurden, sind noch funktionsfähig, aber sie sind in der Regel viele Male wiederaufgebaut worden, wobei wenig Wert auf die exakte Nachbildung des Originals gelegt wude. Das führte dazu, daß gelegentlich moderne Elemente wie z.B. Neonheiligenscheine eingefügt wurden.Kleidung: Die Nationalkleidung der vietnamesischen Frauen heißt ao dai. sie besteht aus einer enganliegenden Bluse mit langen Einsatzstreifen an Vorder- und Rückseite, die über einer weiten schwarzen oder weißen Hose getragen wird. Heute sieht man diese Tracht leider nur noch selten. Medien In Vietnam werden zwei nationale Tageszeitungen verlegt: Nhan Dan (Das Volk"), die amtliche Zeitung der Kommunistischen Partei mit einer Auflage von 200 000 Exemplaren, und Quan Doi Nhan Dan (Volksarmee"), die Zeitung der Streitkräfte mit einer Auflage von 60 000 Stück. Von Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt aus senden zwei nationale Radiostationen. Das gesamte Kommunikationswesen in Vietnam unterliegt der staatlichen Überwachung. Bildung und Schulwesen: In der gemeinsamen Republik wurden alle Schulen verstaatlicht. Es besteht eine unentgeltliche, allgemeine Schulpflicht. Die bedeutendsten Universitäten sind die Universität von Hanoi (gegründet 1956) und die Universität von Ho-Chi-Minh-Stadt (1917). Vietnam verfügt über insgesamt 106 Universitäten und Hochschulen. Die Analphabetenrate liegt bei sechs Prozent. ![]() | ||
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